Seesener Nacht-OL

Am 8. November ging es für Marcel vom Ski-Klub Wernigerode nach Seesen. Sein inzwischen zweiter Orientierungslauf stand auf dem Programm. Doch auch dieser war mal wieder nicht Standard. Die Veranstaltung des MTV Seesen wurde erst in den Abendstunden als Nacht-OL ausgetragen. Also quasi ein Orientierungslauf im Dunkeln. Für den Nacht-OL waren die Postenschirme mit Reflektoren ausgestattet, welche diese im Licht der Taschenlampe schnell erkennen lassen. Insgesamt wurden 5 unterschiedliche Bahnen angeboten über welche in Summe 83 Sportler an den Start gingen:

>> Ich ging auf der Bahn S2 an den Start. Diese bedeutete Luftlinie  eine Strecke von 5,5 Kilometern und 220 Höhenmeter. Zunächst führte die Strecke durch einen Stadtpark über den Osterfeuerplatz in die Stadt. Dies machte die Orientierung für den Einstieg einfach und man konnte gut in den Wettkampf hinein finden. Mit Posten drei war auch hier bereits eine etwas kniffligere Position gesetzt, für welchen es hilfreich ist die Symbole der Postenmerkmale zu kennen. An dieser Stelle sei gesagt, dass ein nach unten geöffnetes Dreieck einen „Graben“ bedeutet.

Nach dem Abschnitt im Wohngebiet ging es noch einmal durch den Park bevor der Schwierigkeitsgrad gesteigert wurde. So führte die Strecke in den Wald. Und dabei spreche ich nicht von einem Waldweg, sondern von einem Wald. In der Nacht, im dunkeln. Und dort wurde es kompliziert. Nach kurzer Suche habe ich einen Posten gefunden. Doch bei diesem handelte es sich bereits um die darauffolgende Position. Also musste ich zurück und erst den hervorgehenden Posten finden. Es sei gesagt, dass bei einem gewöhnlichen Orientierungslauf die korrekte Reihenfolge zum einsammeln der Posten zwingend einzuhalten ist. Nach einem Weiteren Blick auf die Karte, orientierte ich mich diesmal an einem anderen Geländemerkmal und fand den gesuchten Posten. Doch nun musste ich wieder zu dem darauffolgenden. In der Dunkelheit folgte ich einem Bachlauf im Unterholz. Dieser führte jedoch deutlich mehr Wasser als ich es von davor in Erinnerung hatte. Ein weiterer Blich auf die Karte zeigte einen zweiten parallel verlaufenden Bach. Oder besser das, was davon übrig geblieben war und führte mich zurück zum kniffligsten Ziel der Nacht. Die Füße bereits durchnässt, ging es nun querfeldein einen Berg hinauf, auf dessen Kuppe sich das nächste Ziel befand, bevor es auf der anderen Seite wieder hinunter ging. Für den Anstieg hatte ich wohlgemerkt zwischenzeitlich alle viere benötigt um die Steigung zu bewältigen. Die verbleibenden Posten waren durch die vom Menschen geprägten Konstrukte wieder deutlich einfacher zu finden.

Insgesamt hat der Orientierungslauf super viel Spaß gemacht. Sicherlich ist es nichts für jeden, sich Nachts alleine auf Zeit, im gefühlten, absoluten nirgendwo durchzuschlagen und Posten zu suchen. Aber gerade dies war eine sehr interessante Erfahrung. Und wer sich für die härteste Bahn meldet bekommt auch die härteste Bahn.

Betrachtet man die Karte im Nachgang fallen zumindest mir immer mehr Geländemerkmale auf, welche für die Orientierung nützlich sind. Aber gerade dies sich sicherlich auch die Unterschiede zwischen einem erfahrenen Orientierungsläufer und einem Einsteiger. Ich hatte bei dem Rennen mächtig viel Spaß und konnte einiges dazulernen, was mir bei dem ein oder anderen Lauf in der Zukunft hilfreich sein wird.<<